Fragen & Antworten

Frage & Antwort
mit Susan Elizabeth Phillips
Verliebt bis über alle Sterne

Nach Dieser Mann macht mich verrückt fragten die Leserinnen nach einem weiteren Buch aus deiner Chicago-Stars-Reihe.

Oh ja. Dieser Mann macht mich verrückt sollte eigentlich der letzte Teil sein. Ich war mir ziemlich sicher, dass ich den Figuren aus der Football-Szene nichts Neues mehr abgewinnen konnte. Aber plötzlich tauchte dann Piper Dove auf; sie brauchte in jedem Fall einen würdigen Gegner. Und ich wollte ein Buch schreiben, das in einer großen Stadt spielt. Und Chicago ist nun mal die Stadt, über die ich so liebend gern schreibe. Und schwupps, da war ich wieder. Zurück bei den Chicago Stars mit Cooper Graham, der der einzige meiner Helden ist, der zu meiner Detektivin passt.

Piper Dove ist jetzt keine typische SEP-Heldin – falls es die überhaupt gibt ...

Das stimmt. Aber Piper ist meine allererste Heldin, die über ziemlich starke Fähigkeiten verfügt – typisch männliche Fähigkeiten, um genau zu sein. Sie kann kämpfen, schießen und so richtig aggressiv Autofahren – also alles Dinge, die ich nicht kann. Vielleicht sollte ich das ja mal anfangen …

Dieses Buch ist jetzt das achte aus deiner Chicago-Stars-Reihe, aber du hast mal gesagt, dass du eher ungern von einer Reihe sprichst, da man jeden Band auch gut allein lesen kann. Macht es dir genauso viel Spaß wie deinen Lesern, wenn altbekannte Figuren immer wieder Unerwartetes erleben?

Ich liebe es, wenn meine Charaktere ein erfülltes und glückliches Leben führen. Leser hingegen sind manchmal ganz schön sadistisch. Sie wollen, dass ich frühere Helden immer mal wieder aufsuche und ihr Leben durcheinanderbringe. Das sagen sie natürlich nicht so offen, aber genau das würde passieren, wenn ich neue Geschichten um frühere Paare spinne würde. Trotzdem gebe ich vertrauten Figuren gerne mal kleinere Nebenrollen in neuen Büchern. (Obwohl ich zugeben muss, dass Heath und Annabelle aus Küss mich, wenn du kannst in Verliebt bis über alle Sterne schon ein wenig mehr sind als nureinfache Statisten.)

Hat Cooper seine Liebe für Gartenarbeit von dir geerbt?

Ne. Ich habe zwar einen Garten, aber würde mich selbst nie als echte Gärtnerin bezeichnen – schau dir mal die Japankäfer an, die auch jetzt wieder meine Rosen zerstören. Cooper ist einfach ein Mann, der es liebt, mit seinen Händen im Dreck zu wühlen. Sozusagen eingeborener Gärtner. Auf der einen Seite ist er hart und kämpferisch und hat dann wieder das Bedürfnis, Dinge zu pflegen und wachsen zu sehen, das gefällt mir richtig gut.

Wenn du deine Figuren entwickelst, hast du dann ein konkretes Vorbild im Kopf, wie beispielsweise die Footballspieler Tom Brady oder Eli Manning?

Niemals.Ich stelle mir auch nicht vor, welcher Schauspieler diesen oder jenen Charakter spielen könnte. Das würde den Entstehungsprozess meines Romans zu sehr durcheinanderbringen. Ich brauche ein komplettes Stück Holz, aus dem ich meine Figuren schnitzen kann und möchte sie selbst in genau die Rolle hineinwachsen lassen, die ihnen bestimmt ist.

Was sollen deine Leser von Verliebt bis über alle Sterne mitnehmen, was wünscht du dir?

Ein Seufzen. Ein Lächeln. Und den Wunsch, all meine bisherigen Bücher lesen zu wollen. Und natürlich sollen meine Leser danach am besten gleich schon das nächste Buch herbeisehnen.

Beim Schreiben und Veröffentlichen von Büchern spielen auch Lesereisen eine große Rolle. Genießt du die Lesungen und das Sprechen vor großem Publikum?

Ich liebe und hasse Lesereisen gleichermaßen. Macht das Sinn? Ich liebe, liebe, liebe es, meine Leser zu treffen. Ich liebe es, vor Gruppen zu reden. Aber ich hasse es, um fünf Uhr morgens aufstehen zu müssen, um Flüge zu erwischen. Und, wie könnte es bei einer Liebesromanautorin anders sein, ich vermisse Mr. Bill. (Für den Fall, dass ihr mir nicht auf facebook, Twitter oder Instagram folgt, er ist mein Ehemann, nicht mein Goldfisch.)

Was war bisher dein schönstes Zusammentreffen mit Fans?

Das ist so fies von mir, aber es gab schon mal Fälle, wo Fans geweint haben, als sie mich sahen. Sie schämen sich sicherlich dafür, aber ich freue mich so sehr über solche Begegnungen. Man kann es sich wahrscheinlich nicht vorstellen, was es mir bedeutet, wenn meine Bücher so berühren. Das hilft mir über Tage hinweg, an denen sich meine persönliche Inspirationsfee verabschiedet hat, um sich lieber die Haare hübsch zu machen, anstatt mir zu helfen …

Wenn du aufstrebenden jungen Autoren einen kostbaren Tipp mit auf den Weg geben könntest – was wäre das für einer?

Schreiben. Einfach nur schreiben, nicht darüber nachdenken, nicht darüber sprechen. Und keine Zeit schinden, indem man viel recherchiert oder den Text übertrieben gliedert, anstatt einfach ein paar Sätze auf eine Seite zu bringen. Das klingt ziemlich einfach, ist aber in der Umsetzung teilweise richtig schwer.

Kannst du irgendwen zitieren, der dir hilfreiche und weise Worte mit auf den Weg gab, als du mit dem Schreiben angefangen hast?

Setz dich auf deinen Hintern! Hilfreicher wurde es nicht.

Du hast so viele Leser auf der ganzen Welt. Was haben deine Bücher an sich, dass sie so »universell« lesbar sind?

Es hat mich schon sehr überrascht, wie leidenschaftlich mein internationales Publikum ist (meine Geschichten wurden mittlerweile in über 30 Sprachen übersetzt), meine Bücher sind nämlich teilweise schon sehr amerikanisch. Aber Leserinnen auf der ganzen Welt lieben überzeugende und starke Geschichten und Romantik ist irgendwie ja auch eine Art Sprache, die wirklich alle verstehen.

Du hast mal erzählt, dass du Angebote von TV-Sendern, die deine Bücher verfilmen wollten, immer abgelehnt hast. Warum kam das für dich eigentlich nie infrage?

Es vergeht kaum eine Woche, in der ich keine E-Mail von einer Leserin bekomme, die mich fragt, wieso denn keines meiner Bücher verfilmt wird. Denk doch mal darüber nach: Ein Leser möchte natürlich genau das verfilmt sehen, was er in seinem Kopf hat. Und genau das gibt’s einfach nicht. Bücher und Filme sind zwei vollkommen verschiedene Paar Schuhe. Wobei Diana Gabaldons Outlander-Reihe wirklich ganz wundervoll umgesetzt wurde. Das funktionierte aber nur, weil man nicht versucht hat, ein Buch in einen einzigen Film zu pressen, sondern weil für jedes Buch eine ganze Staffel gedreht wurde. Wirklich brillant!

Wenn es einen Film von Verliebt bis über alle Sterne geben würde, wen würdest du dir für die Rollen von Cooper Graham und Piper Dove wünschen?

Hm … In solchen Dingen sind meine Leserinnen viel besser als ich. Wie wäre es denn mit Chris Hemsworth als Cooper? Piper müsste glaube ich einen Tick exzentrischer sein. Ihren Part könnte also gut Jennifer Lawrence übernehmen. Wie findest du das? Passt das? Deine Meinung ist ebenso wichtig wie meine.

Du reist leidenschaftlich gern. Beeinflussen deine Trips deine Arbeit?

Ich war schon auf einigen wunderbaren Wanderreisen: Peru, Marokko, Island, Europa – und im letzten Jahr habe ich an einer Safari in Zambia teilgenommen. Aber die einzige Reise, die es bisher in ein Buch geschafft hat, war eine Wanderung in der Toskana. Ich war auf dem Weg nach Volterra, als plötzlich die Idee zu Vorsicht, frisch Verliebt in meinem Kopf auftauchte. Ich habe dann den Rest der Reise damit verbracht, Notizen zu machen. (Stellt euch das mal vor, wie ich versuchte zu schreiben, während ich eigentlich zu Fuß unterwegs war. Ich bin wirklich unzählige Male über Wurzeln gestolpert.) In diesem Jahr fahre ich zum Wandern nach Sizilien – wer weiß, was dort geschieht …

Woran wirst du als Nächstes arbeiten? Gibt es vielleicht schon neue Pläne für einen Besuch im Chicago-Stars-Universum?

Einmal im Leben bin ich jetzt still und halte den Mund. (Schwer zu glauben, ich weiß.)

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