Gespräch mit SEP

© Peter Irman

Susan Elizabeth Phillips – ein Gespräch

Erzählen Sie von sich!

Beruflich: Ich kann mich glücklich schätzen, dass meine Romane in über 30 Sprachen veröffentlicht werden, da muss ich mich immer noch kneifen, um das zu glauben. 2001 bin ich in die Romance Writers Hall of Fame eingezogen und 2006 bin ich mit dem Romance Writers of America`s Lifetime Achievement Award ausgezeichnet worden. Aber die größte Anerkennung ist für mich unverändert der Kontakt mit meinen Lesern. (Und dass ich mich im Schlafanzug und ohne BH an die Arbeit setzen kann …)

Persönlich: Ich gehe sehr gerne wandern. In den letzten 12-15 Jahren bin ich in den Staaten, in Kanada, in großen Teilen Europas und in Costa Rica gewandert. Dieses Jahr ist Peru an der Reihe. Ich liebe es außerdem, mit meinen Enkeln zu spielen – sowohl mit den biologischen, als auch mit meinen „Bonusenkeln“. Und es geht natürlich nichts darüber, es sich mit einem tollen Buch gemütlich zu machen. (Okay, außer ich mache es mir mit meinem Mann gemütlich. Aber nicht im Sommer – der Mann ist ein Glutofen!)

Wann haben Sie mit dem Schreiben angefangen? Wann haben Sie Ihren ersten Vertrag abgeschlossen?

Das ist eine ziemlich lange Geschichte, die man auf meiner amerikanischen Webseite nachlesen kann, aber das hier ist die Kurzversion: Als meine Söhne klein waren, habe ich zusammen mit einer Freundin einen historischen Liebesroman geschrieben. Einfach so, und da waren wir natürlich umso geschockter, als der erste Verleger, dem wir das Manuskript geschickt hatten, es nach drei Wochen gekauft hat.

Welchen Rat würden Sie anderen angehenden Autoren geben, die einen Verlag finden möchten?

Schreibt! Klingt das etwa komisch? Ich habe mich über die vielen Menschen gewundert, die sich Sorgen darüber machen, ob sie ihr Manuskript an den Mann bringen können, wenn sie noch gar keines haben. Der erste Schritt, um für das Buch einen Verlag zu finden ist, das Buch zu schreiben! Die Verleger kaufen keine „gute Idee“, sie wollen den Text lesen.

Wo schreiben Sie?

Ich habe ein schönes Büro mit Fenstern von der Decke bis zum Boden und mit einem maßgeschreinerten Schreibtisch darin (siehe Fotos auf meiner amerikanischen Webseite.) Aber im Sommer nehme ich meinen Laptop oft mit nach draußen auf die Veranda – wo ich jetzt gerade bin – oder im Winter mit nach oben ins Gästezimmer, wo ich auf dem durchgesessenen La-z-boy schreibe.

Woher nehmen Sie die Inspiration für das Schreiben?

Die habe ich aus einem Ideen-Kaufhaus in Tulsa, Oklahoma. Nein? Ihnen schwebt da was anderes vor? Die Ideen tauchen nicht urplötzlich in meinem Kopf auf. Ich muss mich mit einem Notizblock hinsetzen und Brainstorming auf Papier betreiben.

Welche Autoren bewundern Sie?

Zu viele, als dass ich sie aufzählen könnte. Ich schätze die Arbeit von Kristin Hannah, Jayne Ann Krentz, Jennifer Crusie, Sarah Bird, Ruth Reich, Sarah McLean, Eloisa James, A.J. Jacobs, Rob Kurson, J.K. Rowling. Ich lese keine Thriller oder andere blutrünstige Stories. Aber ich habe Suzanne Collins` wunderbare Trilogie Die Tribute von Panem geliebt. Ich finde es großartig, dass so viele der Young Age Romane auch unter den erwachsenen Lesern ein Publikum finden.

Nutzen Sie die sozialen Medien? Wenn ja, erzählen Sie uns, was Ihnen daran gefällt.

Ja, ich liebe Facebook und ich kommuniziere viel zu viel mit meinen Lesern. Was Twitter betrifft: Ich habe den Dreh noch nicht so raus, aber ich arbeite daran.

Wo wurden Sie geboren?

In Cincinnati, Ohio.

Welche Erinnerung ist Ihre erste?

Ich war drei und habe mir einen Mädchenschlüpfer mit Rüschen angezogen, den ich allen in der Nachbarschaft gezeigt habe. (Urteilen Sie nicht.)

Wo wohnen Sie jetzt?

In einem Vorort von Chicago, IL.

Sind Sie eher Hund- oder Katzentyp?

Ich liebe Hunde, aber ich habe keinen. Dafür habe ich zwei Katzen und ein Pferd, ein wunderschönes Islandpony.

Wann waren Sie am glücklichsten?

Jetzt! In meinem Leben gibt es so viele großartige Menschen – meine Familie, Freunde und treue Leser.

Welchen Rat würden Sie Ihrem 18-jährigen alter ego geben?

Hab auch ein Ohr für das, was andere sagen und sei nicht so selbstgefällig. (Ich war sehr egoistisch.)

Welches Date war Ihnen am peinlichsten?

Das erste Jahr auf dem College, wir hatten jährliches Klassentreffen. Wir „durften“ Jungs mit auf unsere Zimmer nehmen, so lange wir eine Tür offenstehen ließen und jeder von uns einen Fuß auf dem Boden behielt. ☺Später habe ich herausgefunden, dass sich meine Zimmergenossinnen unter dem Bett versteckt hatten.

Was wünschen Sie sich, wenn Sie die Kerzen auspusten?

Das, was sich jede Mutter auf der Welt wünscht – Gesundheit für ihre Familie und alles Gute.

Welchen Duft mögen Sie am liebsten?

Basilikum und Tomaten in einem Sommergarten. Englischer Lavendel. Der Nacken meines Mannes. Die verschwitzen Haarschöpfe meiner Enkel.

Welches Buch würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?

Nur eins? Diese Frage macht mir so viel Angst, dass ich sie nicht beantworten kann.

Mit welchen drei Menschen würden Sie gern auf einer einsamen Insel stranden?

Wie wäre es mit nur einem geschickten Bootsbauer? Oder mit Oprah. Ich liebe Oprah. Meinen Sie, sie kennt sich mit Bootsbau aus? (Macht nichts.)

Was oder wer ist die große Liebe Ihres Lebens?

Meine Enkel, meine Söhne und Bill, mein Mann. (Er würde mich auch an dritter Stelle nennen!)

Glauben Sie an Liebe auf den ersten Blick?

Nein. Aber ich glaube an Lust auf den ersten Blick, kein Zweifel!

« zurück zur Übersicht