Ich über mich

SEP erzählt aus ihrem Leben

Ich traf meinen Mann ...

... tatsächlich bei einem Blind Date. Kein Scherz. Er studierte damals auf dem College Ingenieurswesen. Zu meiner Schande muss ich zugeben, dass ich – künstlerisch interessiert und mit dem Studienfach Theaterwissenschaften – nicht die leiseste Ahnung hatte, was Ingenieure tun. Bis heute erinnert er mich daran, dass ich ihn allen Ernstes fragte, ob er etwas mit Toaster-Reparaturen zu tun hätte. (Okay, ich bin vielleicht nicht die Allerschlaueste, aber ich habe ein gutes Herz.)

Ich wurde schwanger ...

... genau so wie man üblicherweise schwanger wird. Bill und ich waren zu diesem Zeitpunkt zwei Jahre verheiratet. Als die Wehen einsetzten, war er auf einer Geschäftsreise, aber er schaffte es noch rechtzeitig zur Geburt unseres ersten Sohnes. Er war auch dabei, als unser zweiter Sohn zur Welt kam. Inzwischen sind beide längst erwachsen, und ich bin sehr stolz auf sie und ihre Familien.

Ich begann zu schreiben ...

... durch einen dummen Zufall. Bis zur Geburt unseres ersten Kindes hatte ich an einer Highschool unterrichtet und war dann zuhause geblieben. Bills Beruf führte uns 1976 von Ohio nach New Jersey, wo meine beste Freundin Claire nur zwei Häuser weit entfernt wohnte. Wir beide sind begeisterte Leserinnen und lasen damals alles, was uns in die Hände fiel – von hoher Literatur bis zu historischen Liebesromanen.
Ständig unterhielten wir uns darüber, was uns an den Romanen gefiel und was nicht. Aus Spaß beschlossen wir eines Tages, zusammen ein Buch zu schreiben. Drei Wochen lang machten wir jeden Abend zusammen Radtouren, das Kleinkind hinten im Babysitz, und entwickelten dabei unsere Story. Dann setzten wir uns mit einem Block hin und fingen an zu schreiben.

Vier Wochen Später ...

... hatten wir sage und schreibe drei Sätze verfasst. Wir hatten schlicht und ergreifend keine Ahnung, wie man ein Buch zusammen schreibt, aber nun wussten wir zumindest ganz genau, wie man es nicht macht. Während der nächsten Monate entwickelten wir also ein neues System: Wir trafen uns, um eine Szene zu planen, häufig spielten wir uns dabei die Dialoge vor. Claire notierte alles ganz genau, tippte es in die Schreibmaschine und gab diese Rohfassung dann mir. Manchmal veränderte ich nur den einen oder anderen Satz. Manchmal aber schmiss ich ihre mühsam erstellten Seiten völlig über den Haufen und fing noch mal ganz von vorne an. Unsere Freundschaft überlebte das zum Glück.

Anfängerglück!

Als wir ungefähr die Hälfte des Manuskripts fertig hatten, fiel uns die Telefonnummer einer Lektorin bei Dell Publishing in die Hände. Wir schwitzten Blut und Wasser, als wir sie anriefen. Sie war sehr nett, stellte einige Fragen zu unserem Roman und ließ sich dann darauf ein, ihn zu lesen, obwohl er noch nicht einmal ganz fertig war. Leider wollte sie dazu auch eine Synopsis. Synopsis? Wir wussten kaum, was im nächsten Kapitel passieren sollte, geschweige denn am Ende des Buches! Mit zitternden Knien sausten wir an unsere Schreibmaschinen zurück und tippten eine Zusammenfassung; die nächsten Wochen verbrachten wir dann damit, eine fehlerfreie, verschickbare Kopie unseres Manuskripts zu erstellen.

Drei Wochen Später ...

... klingelte das Telefon. Es war die Lektorin. »Hier Dell Publishing. Wir haben Ihr Manuskript gelesen. Es gefällt uns. Wir würden Ihnen gerne ein Angebot machen.«

Und einfach so ... wurden wir veröffentlicht!

Niemals würde ich diese Geschichte während Autorenkonferenzen oder bei Writer’s Luncheons erzählen – aus Angst, dass ich von einer frustrierten Autorengemeinde mit Brotkrümeln beworfen würde. Es war auch nur deshalb so einfach, weil der Buchmarkt damals geradezu händeringend nach neuen Autorinnen suchte. Leider ist das heutzutage viel, viel schwieriger. Es dauerte ein weiteres Jahr, bis das Buch 1983 mit dem Titel The Copeland Bridge und unter dem Pseudonym Justine Cole veröffentlicht wurde. (Ich wollte ja den Autorennamen Chastity Savage verwenden, aber Claire sträubte sich – zu Recht.) Das Buch ist heute nicht mehr lieferbar, was gut ist, denn die Geschichte ist recht veraltet, und wahrscheinlich würde ich mit empörten Leserbriefen überschwemmt, wenn es jemals wieder auf den Markt käme. Trotzdem bin ich noch immer sehr stolz darauf. Angesichts der Tatsache, dass weder Claire noch ich zuvor jemals auch nur eine Kurzgeschichte geschrieben hatten, hatten wir unseren Job bei diesem Roman eigentlich ganz gut gemacht – trotz der schrecklichen Sexszenen hier und da.

Verlassen und schwanger..

Eigentlich war ich nicht schwanger und auch nicht verlassen, aber es klingt spannend und ich will Sie ja nicht langweilen. Claire war nicht so sehr vom Schreibvirus infiziert worden wie ich. Als ihr Mann eine Stelle im Südwesten der USA bekam, konnte sie ihren Traum von einem Jurastudium wahr machen. Inzwischen ist sie bei der Staatsanwaltschaft und führt dort ein sehr aufregendes Leben. Und ich musste lernen, wie man ein Buch alleine schreibt.

Vor Angst bibbernd ...

stürzte ich mich in meinen nächsten historischen Liebesroman, der ursprünglich unter dem amerikanischen Titel Risen Glory veröffentlicht wurde und vor einiger Zeit überarbeitet und neu übersetzt als Mitternachtsspitzen erschien. Alleine zu schreiben ist bei Weitem nicht so unterhaltsam wie die Zusammenarbeit mit einer Freundin, aber mir fielen dauernd neue Geschichten ein – und daher hatte ich keine Wahl. Als Nächstes schrieb ich Kein Mann für eine Nacht, meinen ersten zeitgenössischen Roman. Und, wow!, das Buch war ein Riesenerfolg bei den Lesern und wurde weltweit veröffentlicht. Meine Autorenkarriere hatte begonnen.

Nach dem Umzug ...

nach Chicago schrieb ich die Romane, die ich heute als meine »big books« bezeichnen würde: Komm und küss mich, Die Herzensbrecherin und Dinner für drei. Ich liebe diese Romane. Für jeden von ihnen brauchte ich etwa zwei Jahre, und sie alle sind heute noch lieferbar. Während ich diese Bücher schrieb, fand ich meine wahre, ganz eigene Erzählstimme. Leider hatten diese Bücher zwar international großen Erfolg, aber ich brauchte zu lange, um sie fertigzustellen, sodass die amerikanischen Leser meinen Namen bei jedem neuen Buch längst wieder vergessen hatten. Ich musste schneller schreiben! Zum Glück hatte ich dafür inzwischen genug Vertrauen in meinen Schreibstil gefunden.

Nora Roberts sagte einmal:

»Ich kann eine schlechte Seite besser machen, aber keine ungeschriebene.« Ich fand also den Mut, meinen Computerbildschirm auch mal mit schlechten Seiten zu füllen, im Vertrauen darauf, dies später dann korrigieren zu können.

Ein Footballspieler kam zu Besuch

– zumindest besuchte er mich im Kopf. Schon seit Langem hatte ich über eine Frau schreiben wollen, die rein gar nichts von Sport versteht und ein Footballteam erbt. Das Ergebnis war: Ausgerechnet den?, meine erste romantic comedy. Mit diesem Buch fand ich einen neuen Verlag – und es belebte meine Karriere von Neuem.

Eine gute Fee wirbelte ihren Zauberstab.

Ihr Name war Carrie Feron von Avon Books. Es ist ihrem Zaubereinsatz zu verdanken, dass innerhalb von achtzehn Monaten Ausgerechnet den?, Der und kein anderer und Küss mich, Engel veröffentlicht wurden. Endlich war den Lesern mein Name ein Begriff, und gerade als ich dachte, die Dinge könnten überhaupt nicht mehr besser werden, erschien Bleib nicht zum Frühstück!. Ich signierte gerade Bücher in einer wunderbaren Buchhandlung in St. Louis, als die Nachricht kam, dass der Roman nicht nur unter den Top 50 der Bestsellerliste von USA Today, sondern auf Anhieb sogar auf Platz 15 gelandet war. Als Träum weiter, Liebling auf die Bestsellerliste der New York Times kam, war ich zuhause – ein glücklicher Umstand, denn so gab es wenigstens keine Ohrenzeugen für meine begeisterten Kreischer.

Wenn ich so ein großer Star bin, warum wasche ich dann immer noch die Teller ab?

Die Antwort ist: Weil sie da sind! (Und kein anderer sich so richtig begeistert darauf stürzt.) Als die Jungs selbstständiger wurden, entdeckte ich die Freude am Gärtnern. Im Winter plane ich meinen Garten und im Sommer arbeite ich an der Verwirklichung meiner Gartenideen. Ich gehe auch begeistert in Museen, und wenn ich zum Signieren in irgendeine Stadt komme, versuche ich immer, noch einen Besuch in einer Kunstausstellung in den Terminplan zu quetschen. Aber nichts macht mich so glücklich wie ein paar feste Schuhe anzuziehen und zusammen mit Familie und Freunden irgendwo auf der Welt wandern zu gehen. Meine beiden Söhne sind inzwischen verheiratet, und das Familienleben spielt eine zentrale Rolle in meinem Leben. Wenn eines meiner Enkel zum Spielen kommt, ist der Computer in Sekundenschnelle ausgeschaltet. Ich liebe es, auf Reisen zu gehen, muss aber aufpassen, dass das mit meinem Schreibplan nicht kollidiert. Ein Traumurlaub mit Bill, bei dem wir durch die Toskana wanderten, inspirierte mich zu Vorsicht, frisch verliebt!. Hin und wieder mache ich zusammen mit meinen Schwestern einen »Ladies only«-Urlaub: auf den Bermudas, in Nordkalifornien, Santa Fe, Paris oder London. 2005 wanderte ich einige Abschnitte des »Coast-to-Coast«-Wanderwegs in Nordengland ab (Fotos davon sind auf meiner amerikanischen Website zu sehen). Und ich besuchte einige der wunderschönen Dörfer im Dordogne-Tal in Frankreich. Im August 2007 wagte ich dann das bisher größte Wanderabenteuer in den kanadischen Banff- und Yoho-Nationalparks. Aber immer, wenn ich auf Reisen bin, nehme ich auch Bücher mit. Ich liebe Romances und jede Art von Frauenunterhaltung.

Dr. McSteamy's Schlafzimmeraugen ...

... haben eigentlich gar nichts mit dem zu tun, was ich jetzt noch sagen will. Aber wenn Sie netterweise bis hierher gelesen haben, wollte ich noch erwähnen, dass ich versuche, meine amerikanische Website in der ersten Woche jedes Monats zu aktualisieren. Ich liebe es, mit meinen Lesern in Kontakt zu bleiben, und poste daher regelmäßig auf dem Bulletin Board. (Wenn Sie eine Nachricht von SEP sehen, dann wissen Sie, die ist von mir.) Wenn Sie regelmäßig über neue Bücher informiert werden möchten, dann können Sie meinen E-Mail-Newsletter abonnieren (in Englisch). Und eines noch: Vergessen Sie ja nicht, noch heute jemanden zu umarmen, der ihnen wichtig ist!