Interview

Kristan Higgins interviewt Susan Elizabeth Phillips

KH: Hallo Susan Elizabeth Phillips!

SEP: Hey.

KH: Also, direkt zu Beginn mal was Lustiges: Als ich auf meiner ersten »RomanceWritersOfAmerica«-Konferenz war, sah ich SEP in der Schlange zum Frühstückbuffet – oh Mann, sie hatte ihrenTeller vielleicht vollgeladen –, und ich dachte mir nur »Oh mein Gooott, das ist sie! Susan-verdammt-noch-mal-Elizabeth-Phillips!« und habe mich kaum getraut, sie direkt anzusehen. Und jetzt, neun Jahre später, sind wir Freunde, weil sie einfach so ist, wie sie ist. Ein kleiner Quatschkopf. Ein unglaublich herzlicher, lustiger und liebenswürdiger Quatschkopf.

SEP: [Verdreht die Augen, außer bei der Stelle mit dem vollgeladenen Teller, das ist vollkommen korrekt.]

KH: Susan, danke, dass du dieses Interview mit mir erträgst. Übrigens:Das nächste Abendessen geht definitiv auf dich!

SEP: [Seufzt. Und dann gleich noch zwei Mal.]

KH: Meine erste Frage: Du hast schon mit dem Schreiben von Büchern begonnen, als ich noch zur Schule ging; ich glaube, ich war damals in der achten Klasse. Wie fühlst du dich, wenn du das hörst?

SEP: Für den Fall, dass dir das noch nie jemand gesagt hat (was ich übrigens ziemlich bezweifle): Du bist eine ganz schön freche Göre. Von allen Freunden der Welt habe ich ausgerechnet…

KH: Okay, wir unterbrechen das an dieser Stelle. Verliebt bis über alle Sterne ist das sehnlichst erwartete neueste Ergebnis aus deiner Chicago-Stars-Reihe, aber zwischen Verliebt bis über alle Sterne und Verliebt, Verrückt, Verheiratet gab es ja noch einige andere Bücher.

SEP: Küss mich, wenn du kannst und Dieser Mann macht mich verrückt. Nach diesen beiden dachte ich, ich könne der Figur des Footballspielers einfach nichts Neues mehr abgewinnen. Aber dann tauchte plötzlich die Heldin von Verliebt bis über alle Sterne Piper Dove, vor meinen Augen auf. Das passiert meistens so mit meinen Charakteren. Sie brauchte in jedem Fall einen würdigen Gegner. Und ich wollte ein Buch schreiben, das in einer großen Stadt spielt. Und Chicago ist nun einmal die Stadt, über die ich so liebend gern schreibe. Und zack, da war ich wieder. Zurück bei den Chicago Stars mit Cooper Graham, der der einzige meiner bisherigen Helden ist, der zu meiner Detektivin passt.

KH: War es komisch für dich, wieder zu der Reihe zurückzukehren oder war es eher so, als ob du in ein altes aber super bequemes Paar Schuhe schlüpfen würdest?

SEP: Es hat sich eher so angefühlt, als würde ich wirklich großartigeneue aber herrlich bequeme Sneaker anziehen.

KH: Lass uns über deinen Helden Cooper sprechen. Er ist eine echte Sportskanone, Nachtclubbesitzer, hat beneidenswerte Bauchmuskeln … Hat dich irgendetwas überrascht in seinem Umgang deiner Heldin Piper?

SEP: Ja, wie er noch immer auf Erfolg getrimmt ist. Man könnte ja meinen, dass er nach all den Jahren in der NFL und beim Super Bowl etwas lockerer wäre. Aber da ist etwas an Piper Doves Hartnäckigkeit, und das bringt das Schlimmste in ihm hervor. Undvielleicht … auch das Beste.

KH: Hast du für das Buch irgendwelche spaßigen Recherchearbeiten gemacht? Abgesehen davon, dass du deine Ausgaben der Sports Illustrated gestreichelt hast?

SEP: Ich habe noch nie in meinem Leben eine Ausgabe der Sports Illustrated gestreichelt!Ich habe höchstens ein paar seltene Male sanft über das Cover gestrichen. Chicago zu ergründen macht immer einen riesen Spaß, weil es für mich die perfekte Ausrede ist, aus dem Vorortin die Stadt zu fahren. Was mir auch richtig gut gefallen hat, war einmal in die Welt der Privatdetektive zuschnuppern und natürlich auch die Umgebung professioneller Footballspieler zu erkunden, die es sich zur Gewohnheit gemacht haben, bekannte Schauspielerinnern zu daten.

KH: Ich liebe es, dich auf Lesetournee oder bei einem Event mit deinen Lesern zu sehen, weil du die ganze Zeit völlig aufgedreht bist und auf und ab hüpfst und umherspringst. Und es ist so wahnsinnig toll, dich laut lesen zu hören (Hinweis: Sie dramatisiert.) Hast du dir jemals überlegt, vielleicht als Clown auf Kindergeburtstagen aufzutreten oder Turnerin zu werden? Bist du eigentlich die ganze Zeit so, oder zeigst du auch ein gewisses Talent im »sinnlos auf der Couch vor dem TV herumlungern«? Wenn ja, gestehe deine letzte TV-Sünde.

SEP: Clown auf Kindergeburtstagen? Wo ist bitte diese gepriesene Hochachtung, auf die du dich am Anfang beziehst? Wo ist der Respekt? Die, ja, ich kann es wohl so sagen, Vergötterung? Und lass mich das mal klarstellen. Ich habe auch dich in Aktion gesehen, K.H., und du bist auch nicht gerade eine, die ihre Leser zu Tode langweilt. Und nein, [schnief], ich bin absolut kein »sinnlosauf der Couch vor dem TV Herumlungerer« – außer du sprichst von Project Runway. OMG! Ich liebe diese Show so sehr! Und Modern Family. Und … Grey’s Anatomy – bevor sie McDreamy sterben ließen. Und… Ach egal.

KH: Okay, genug mit dem Geplauder. Ich bin dann mal weg, um diese Reihe erneut zu lesen. Eure Majestät, erzählt den lieben Menschen doch, wie esmit Euch weitergeht. Habt Dank für Eure Zeit und danke, dass Ihr das Buch geschrieben habt!

SEP: Was jetzt ansteht, ist erst mal, die gesamte Kristan-Higgins-Reihe nachzulesen. Wie ich dir schon zigtausend Mal gesagt habe, hab ich mich sowas von Hals über Kopf in Fast Perfekt ist nicht genug verliebt. Das Buch ist so erfrischend, so originell, so witzig und charmant, dass ich dich irgendwie dafür hasse, dass du es geschrieben hast und nicht ich. Alleine die Geburtsszene … Wer denkt sich sowas aus?! Ich danke DIR, dass du so viele tolle Bücher schreibst und sage auch danke für das Interview – abgesehen von dem Quatsch mit der achten Klasse. Aber seit du mich eben »Majestät« genannt hast, sehe ich großzügig darüber hinweg.

« zurück zur Übersicht